Das Buchdruckverfahren, das auf den Mainzer Johann Gutenberg zurückgeht, basierte auf einzelnen Lettern. Die einzelnen Lettern, produziert in verschiedenen Schriftarten, wurden von einem Schriftsetzer zusammen mit Leerraumplatzhaltern in Winkelhaken gesetzt. Möglich waren anstatt der üblichen Lettern auch Zeichen und Formen wie Sternchen oder Paragrafen.
Das Buchdruckverfahren
Die Winkelhaken waren ein Kasten mit Zeilen. In ihnen setzte Der Schriftsetzer die Lettern so ein, dass ein spiegelverkehrtes Abbild des späteren Ergebnisses entstand.
War eine Zeile im Winkelkasten angelegt, wurde sie befestigt. Das bedeutete, dass die Zeile genau dem jeweiligen Breitenformat des Winkelhakens entsprechen musste. Dies wurde erreicht, indem der Schriftsetzer Wortzwischenräume verbreiterte oder ausschloss, oder Wortteile noch in die Zeile einbrachte. Bei dieser Arbeit war sehr viel Sorgfalt gefragt, denn sie entschied über das spätere Aussehen des Buchdruckes und damit auch über seine optische Qualität und eine gute Lesbarkeit. Eine gut gesetzte Zeile ließ sich danach wie „aus einem Stück“ handhaben und wurde bis zur Fertigstellung des Druckbogens auf Papierlagen oder Setzbrettern aufbewahrt. Mittels eiserner Rahmen wurden die vielen Zeilen so befestigt, dass aus Tausenden Lettern eine feste Form wurde, die in die Presse gelegt worden konnte, ohne auseinanderzufallen. Bevor es zum Buchdruck kam, fertigte man einen Korrekturabzug an und vollzog mögliche Änderungen. Nach Prüfung der Druckeinstellung erfolgte dann die Freigabe zum Druck mit Hand- oder Schnellpressen.
Der eigentliche Buchdruck
Das Papier wurde zur besseren Aufnahme von Druckerfarbe befeuchtet, weshalb man es durch Wasser zog. Alle Ungleichheiten einer Form wurden durch Hinzufügung oder Wegnahme feiner Papiereinlagen ausgeglichen, insbesondere bei feinen Illustrationsdrucken war dies ein hoher Zeitaufwand und setzte eine Kunstfertigkeit des Druckers voraus. Guten Walzen zum Verreiben und Auftragen der Farbe waren ebenso ausschlaggebend für einen gelungenen Buchdruck. Bis 1940 stellen die Buchdruckereien sie selbst aus Leim und Sirup oder Glycerin, Zucker und Gelatine her. Später bestand durch die Verfügbarkeit des besser zu verarbeitenden Kautschuks jedoch kein Bedarf mehr an diesen Verfahren. Der Druck in der Presse erfolgte meist durch die Bedienung zweier Personen. Sie legten bogenweise Papier ein, klappten Rahmen oder Deckel zu oder legten diese nieder. Der Karren musste eingefahren werden, der Bogen wieder ausgefahren und ausgelegt werden. Diese Aufgabe übernahm immer eine der beschäftigten Personen, die anderen vermischten die Farbe und die Form. Die Schnellpresse hatte den deutlichen Vorteil vorzuweisen, das sie alle Arbeitsgänge, bis auf den des einlegen des Papieres, selbsttätig und ohne menschliche Hilfe vollzog.Der Maschinenmeister beurteilte dann nur die Gleichmäßigkeit von Färbung und Gute des Buchdruckes und das zuverlässige arbeiten der Maschine.
Nach dem Druck
Handelte es sich nicht um sofort abzuliefernde Arbeiten, wurden die Bögen zum Trocknen aufgehangen und dann in Glättpressen weiterverarbeitet, die während des Buchdruckes entstandenen Unebenheiten auf dem Papier beseitigten. Der Buchdruck war damit abgeschlossen.
Die einzelnen Lettern wurden in scharfer Lauge gereinigt, mit Bürsten und reinem Wasser anschließend gewaschen. Sie wurden in die entsprechenden Kastenfächer zurückgelegt, wenn sie nicht für weitere, regelmäßige Drucke wie gleichbleibende Überschriften oder ähnlichem gebraucht wurden.
Waren die Letter abgenutzt, wurden sie an die Schriftgießereien der Umgebung zum Umguss verkauft. Aus diesen konnten dann weitere Dinge geschaffen werden, eine Form des heutigen Recyclings also.
Foto: Steffen Lohse-Koch.Fotolia






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